Streitpunkt Glyphosat – Pro und Contra

 

Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel, das als sogenanntes Breitbandherbizid verwendet wird. Das bedeutet, dass alle damit behandelten Pflanzen absterben, es sei denn, sie sind vorher gentechnisch so verändert worden, dass sie gegenüber Glyphosat resistent sind.

Befürworter betonen unter anderem, dass Glyphosat für Tiere und Pflanzen weniger toxisch ist als andere Pflanzenschutzmittel. Gegner kritisieren vor allem, dass Glyphosat die Artenvielfalt dezimiert und befürchten, dass es krebserregend ist. Ob Glyphosat krebserregend ist oder nicht, wird in unterschiedlichen Studien unterschiedlich bewertet. In den „Nachrichten aus der Chemie“ (10/2018) haben zwei Experten ihre Meinung zu Glyphosat geäußert: Dr. Thoralf Küchler leitet die politische und Medienkommunikation der Bayer Crop Science Deutschland und ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat. Prof. Johann G. Zaller ist Professor für Ökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien und forscht seit vielen Jahren über die Wirkungen von Pestiziden auf Nicht-Zielorganismen. 

 

 

Dr. Thoralf Küchler, Prof. Johann G. Zaller

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in den Nachrichten aus der Chemie (Nachr. Chem.), Heft 10/2018. (Herausgeber: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., Verleger: Wiley-VCH-Verlag  GmbH Co KGaA, Weinheim) https://www.gdch.de/publikationen/nachrichten-aus-der-chemie.html

Update Oktober 2019: Ist Glyphosat krebserregend oder nicht?

Wie kann es eigentlich sein, dass seriöse Behörden zu unterschiedlichen Bewertungen kommen, ob Glyphosat krebserregend ist oder nicht? Wenn ihr 20 Minuten Zeit habt, dann erklärt euch dieses Video, wie es zu diesen unterschiedlichen Bewertungen kommt und warum nicht einer recht und der andere unrecht hat.


Update April 2019: Bayer veröffentlicht mehr als 100 Studien zu Glyphosat

Das Unternehmen Bayer, das seit der Übernahme des Monsanto-Konzerns Glyphosat herstellt und vertreibt, hat am 08.April 2019 über 100 Studienberichte zu Glyphosat veröffentlicht. Diese Studien, die im Zuge des EU-Zulassungsverfahrens bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eingereicht wurden und an denen Bayer die Rechte besitzt, sind auf der Transparenzplattform des Unternehmens zugänglich. 

"Indem wir unsere detaillierten wissenschaftlichen Sicherheitsdaten zugänglich machen, bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, sich selbst ein Bild davon zu machen, wie umfassend unser Sicherheitsansatz ist. Wir freuen uns, in den Dialog treten zu können und hoffen, dass dies für mehr Vertrauen in fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse sorgen wird", sagt Liam Condon, Vorstandsmitglied der Bayer AG und Leiter der Division Crop Science in einer Pressemitteilung vom 08.April 2019.  

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Bildnachweis Titelbild: karepa/stock.adobe.com


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