Krawumm! mit Elefantenzahnpasta

 

Elefantenzahnpasta

Heute präsentieren wir ein Experiment, das eigentlich nicht in die krawumm!-Reihe passt. Es findet hier nämlich keine Explosion statt. Trotzdem ist es ein sehr schönes Experiment, das unter dem Namen Elefantenzahnpasta bekannt ist. Seinen Namen hat das Experiment davon, dass ein sehr voluminöser Schaum entsteht, der an überdimensionierte Zahnpasta erinnert. Darüber gibt es viele schöne Videos. Im ersten Video wird auch die Chemie dazu erklärt.

Bunte Elefanenzahnpasta

Spektakulärer sind die beiden folgenden Experimente, in denen es schön bunt wird und eine ordentliche Sauerei entsteht. Verschiedene Farben kann man einfach mit Lebensmittelfarbe herstellen.

Die Chemie der Elefantenzahnpasta

In eine wäßrige Lösung mit Spülmittel wird gleichzeitig eine Lösung H2O2 (Wasserstoffperoxid)  und KI (Kaliumiodid) gegeben. Dabei passiert folgendes:

Wasserstoffperoxid wird in Wasser und Sauerstoff zersetzt. Durch die große Menge an gasförmingen Sauerstoff steigt das Volumen im Kolben oder Zylinder sprunghaft an und die Masse wird aus dem Gefäß herausgedrückt. Durch das Spülmittel entstehen große Mengen Schaum. Das Kaliumiodid wirkt als Katalysator.

Reaktionsgleichungen:
H2O2 + I- → IO- + H2O
H2O2 + IO- → I- + H2O + O2

Die Gesamtreaktion lautet also: 2 H2O2 ⟶ 2 H2O + O2


Übrigens: auch wenn "Zahnpasta" etwas anderes vermuten lässt: Verschlucken oder in den Mund nehmen darf man Elefantenzahnpasta natürlich nicht. Auch nicht als Elefant.


Chemie ist, wenn es kracht und stinkt...

Chemie ist eine experimentelle Wissenschaft. So ein Experiment kann aber auch einmal schiefgehen, sonst wäre es ja kein Experiment. Wohl jede Chemikerin oder Chemiker kann sich an mindestens einen Versuch erinnern, der während des Studiums oder der Berufstätigkeit kräftig schiefgelaufen ist. Dann hat es mit oder ohne Stichflamme geknallt und es kam zu einer ungeplanten Explosion oder zumindest zu einer ziemlichen Sauerei. Geht ein solches Ereignis glimpflich aus, bedeutet das zwei Stunden Abzug putzen und ein unangenehmes Gespräch mit dem zuständigen Laborassistenen, Professor oder Vorgesetzten. In schlimmeren Fällen (die glücklicherweise sehr selten sind) kommt die Feuerwehr und im Anschluss die Berufsgenossenschaft oder die Polizei. 

Hier aber können sich alle zurücklehnen und die Experimente genießen. Den Chemie-hab-ich-in der-Schule-nie-verstanden-Menschen möchten wir zeigen, dass Chemie ziemlich cool sein kann. Chemiker*innen mit eigener Krawumm!-Erfahrung wissen das schon :-)

Ihr kennt schöne Videos, die gut in diese Reihe passen? Dann schreibt uns einen kurzen Hinweis an faszinationchemie@gdch.de

kjs

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