Krawumm! mit der Schlange des Pharao

 

In der Reihe Krawumm! zeigen wir Chemie von ihrer lauten und explosiven Seite. Hier sind auch diejenigen richtig, die Chemie in der Schule sofort abgewählt haben. Auch Chemiestudierende und Chemiker*innen, die solche Versuche selbst schon gemacht haben oder gerne mal gemacht hätten, sind hier willkommen.

Heute beschäftigen wir uns mit der „Schlange des Pharao“. "Krawumm!" macht es bei diesem Experiment nicht, jedenfalls nicht, wenn wir alles richtig machen. Was ein Pharao damit zu tun hat, dazu gibt es verschiedene Interpretationen, aber eine Schlange sehen wir sofort, wenn wir uns zurücklehnen und die beiden Videos anschauen.

Oft wird dieses Experiment auch mit Emser Pastillen durchgeführt. Die sind eigentlich gegen Halsschmerzen gedacht. und bestehen unter anderem aus Natrium- oder Kaliumhydrogencarbonat und Zucker. Damit ersetzen sie die Bestandteile Backpulver (das aus Natriumhydrogencarbonat besteht) und Zucker, die in den beiden Videos oben verwendet werden.

Wie kommt nun die Schlange zustande?

Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) und Zucker sind die beiden Bestandteile, die in diesem Experiment miteinander reagieren. Das tun sie allerdings erst, wenn man das Gemisch ordentlich erhitzt. Deshalb benutzt man Alkohol oder Brennspiritus (das ist auch Alkohol), der angezündet wird. Durch die Verbrennung des Alkohols entsteht Wärme. Dabei zersetzt sich das Natriumhydrogencarbonat zu Natriumcarbonat Na2CO3, Kohlendioxid CO2 und Wasser H2O.  Kohlendioxid und Wasser sind gasförmig und entweichen nach oben. Das ist der gleiche Effekt, der beim Kuchenbacken den Teig im Ofen aufgehen lässt.

2 NaHCO3 → Na2CO3 + CO2 + H2O

Auch ein Teil des Zuckers verbrennt (d.h., er wird durch Sauerstoff oxidiert), wodurch ebenfalls Wasser und CO2 entsteht

C6H12O6 + 6 O2 → 6 H2O + 6 CO2

Ein anderer Teil des Zuckers verbrennt unvollständig und lässt elementaren schwarzen Kohlenstoff (C) zurück.

C6H12O6  → 6 H2O + 6 C

Die Gase CO2 und H2O drücken das Zucker-Backpulver-Kohlenstoffgemisch nach oben, so dass der Kohlenstoff in Form einer schwarzen „Schlange“ aus der Masse aufsteigt.

Hier gibt es die Erklärung auch noch einmal als Video:

Manchmal wird das Experiment auch mit einer Quecksilberverbindung durchgeführt, wodurch die Schlange gelblich-golden wird. Die Reaktionsgleichungen sind dabei etwas anders. Weil Quecksilber nicht nur für die Umwelt, sondern auch für uns selbst sehr giftig ist, wollen wir uns mit diesem Experiment nicht beschäftigen.

Karin J. Schmitz, Redaktion FaszinationChemie.de

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